Main_lech-01.jpg

KLIMA
QUARTIER

 

Anerkennung

Art

Status

Zeitraum

Wettbewerb

abgeschlossen

Anerkennung

2022

FACTS

Augsburg

5 +10 HA

Wohnen

70.000m2

Nolte Gehrke

Ort

Grundstücksgröße

Nutzung

BGF

Landschaftsarchitekten

Entwurf

Das Klimaquartier Augsburg entsteht auf ehemaligen Gewerbe Brachflächen direkt am Fluss Lech. Der Lech wird im Rahmen des Projektes: „Lucca Liber“ stellenweise verbreitert, verlangsamt und renaturiert. Im direkten Kontakt zu einer dieser Orte befindet sich das Entwurfsgebiet.

Der Entwurf orientiert sich am Freiraum des „Lech-Parks“.  Im Süden der dicht bewaldete und historische Teil, im Norden der offene und durch die Umgestaltung des Flusses wassernahe Teil. Im Inneren findet sich ein gewachsenes Biotop.

Folglich entwickelt der Entwurf Zwei charakterstarke Nachbarschaften.

Im Süden befindet sich das durchgrünte Waldquartier. Offene Strukturen schaffen vielfältige Blickbezüge und verschränken sich allseitig stark mit den Bäumen der Umgebung.

Im Norden entsteht das urbane Flussquartier. Es schafft klare Räume, private Innenhöfe und belebte Straßensituationen. Es öffnet sich stark zum wassernahen und offenen Licca Libre Raum.

Die zwei Nachbarschaften unterscheiden sich in ihrer Öffentlichkeit und Privatheit zueinander.

Das Flussquartier mit der zentralen Flussmeile und dem Lech-Platz bildet einen zentralen gradlinigen  Zugang zum Lech und bildet mit unterschiedlichen Geschäften und Cafés entlang der Lech-Meile ein breites öffentliches Angebot aus. Der QuartiersHub am Eingang des FlussQuartiers beinhaltet gemeinschaftliche Infrastrukturen, die ein Lebensmodell befördern, dass auf das Auto verzichtet, Gegenstände gemeinschaftlich nutzt und logistische Infrastrukturen effizient gestaltet. Die sich zum Grün öffnenden Hofstrukturen sind die nachbarschaftlichen geschützten Freiräume. Sie bieten Raum für Kinderspiel und Gemeinschaftsbedarfe.

Die städtebauliche Struktur des  Waldquartiers ist deutlich ungerichteter und verzahnt den Wald stark mit der Nachbarschaft. Öffentliche Plätze, gemeinschaftliche Anger und private Freiräume überlagern sich stärker und bilden einen fließenden Freiraum aus.

01_LP1000.jpg
03_LP200.jpg

Typologien 

Die neuen Quartiere am Lech bestehen aus vielen verschiedenen Typologien und Wohnformen.

Kompakte Solitäre, Laubenganghäuser und klassische Mehrspänner nehmen eine Vielzahl von Wohnungsgrößen und Wohnformen auf und beruhen doch auf einem einheitlichen Konstruktions- und Ausbausystem in Holzbauweise. Dies ermöglicht einen effizienten, wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Wohnungsbau bei gleichzeitiger Wohnungs- und Gestaltungsvielfalt.

QuerSchnittSüd_1.jpg
QuerSchnittNord_1.jpg

Mobilität "Cities for people"

Das Klimaquartier am Lechpark leistet einen wichtigen und ambitionierten Beitrag zur Mobilitätswende und reduziert den quartierinternen MIV auf ein Minimum. Zwei große Quartiersgaragen, dienen als Hubs und fangen den MIV direkt vor den unterschiedlichen Nachbarschaften. Von hier aus erreicht man innerhalb von 100m alle Wohnungen. In den QG werden Wohnungs-, als auch Besucherstellplätze nachgewiesen, Car-Sharing und Bike-Sharing Angebote wahrgenommen und in der Mobilstation können Bollerwagen, Anhänger und Karren ausgeliehen werden. Der Raum vor der QG dient als Wendesituation mit Stellplätzen für Paketdienstleister, welche die zentrale  Paketstation anfahren. Ein kleinteiliges Fuß-und Radwegenetz verbindet die Höfe und unterschiedlichen Nachbarschaftenuntereinander. Für Mobilitäts-eingeschränkte Personen gibt es die Möglichkeit auf Shared Space Wegen „tiefer“ in das Quartier zu fahren und hausnah zu parken.

06_Visu Berliner Allee_edited.png

Schallschutz

Die Berliner Allee mit der zukünftig begleitenden Straßenbahn strahlt Lärm in die neuen Quartiere ab. Die straßenbegleitenden Wohngebäude sind mit einer "Schallschutzzone" vor den Wohnungen ausgestattet. Sie dient gleichzeitig als Lärmschutzpuffer und Klimafassade. Schall wird reduziert, Wärme gespeichert und Wohnungen können bis in den grünen „gewächshausartigen“ Raum erweitert werden.

Architektur und Natur

Das Punkthaus "Gartenband" ist gekennzeichnet durch seine umlaufenden Pflanzkästen. Hier können küchennah Kräuter angepflanzt werden. Vor den Zimmern dient das grüne Band als mehrjähriger Wildblumenspeicher, welcher Bienen und Insekten anlockt.

Die Fassadenpanele in den oberen Geschossen beherbergen Nistkästen für Vögel und Fledermäuse.